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Römisches Marschlager am Markengrund entdeckt (Bielefeld – Sennestadt)

 

An zwei historisch bedeutsamen Passübergängen nach Gräfinghagen und an der Schopke direkt an der Bielefelder Kreisgrenze westlich von Oerlinghausen wurde 2017/2019 ein römisches Marschlager gefunden, das im Mai 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Im Ungunstraum der Senne ist das Lager gelegen zwischen dem historischen Hellweg und dem Schopkebach, der gleichzeitig die höchstgelegene Emsquelle mitabbildet. Das Lager erscheint als eine Option für ein Sprungbett für den innermontanen Raum in der vermuteten römischen Lagerstaffel im Aa-Bega-Bogen, der rund 15 km entfernt liegt („vor der Stirn der Feinde“). Nach Oesterholz sind es rund 20, nach Anreppen rund 22 km, so dass weitere Zwischenlager im Raum Staumühle/Hövelhof aufgrund des schwer passierbaren Sandbodens mit kürzeren Lagerabständen plausibel sind. Zudem könnte das Lager - neben weiteren vergleichbaren Lagern an verschiedenen Pässen - aus dem Raum Gütersloh für einen Angriff auf den Zentralraum im Herford genutzt werden können. Das ungünstige Relief im Vorfeld des Kammes und die unmetelbare Nähe zu den Pässen sprechen für diesen Fall.

Bedeutsam für weitere Untersuchungen kann der heute als Blinddarm erscheinende Weg über die B68 und Lippereihe/Dalbke in Richtung Rietberg als Querverbindung zum Hellweg sein. Das Relief des Marschlagers ist durch eine vielfach stärkere Neigung hin zum Höhenzug geprägt, die das vom LWL vermutete nur kurzzeitige Nutzung nutzt. In der Bündniszeit mit den Cheruskern erscheint es als taktisch-politisch und psychohygienisch günstiger dies Lager in der Peripherie und eher defensiv zu errichten (Sennesand – Grenzland – Markengrund) und den Marsch vor dem zentralen Siedlungsbereich zu unterbrechen, um dann in das nördliche, zentrale germanische Siedlungszentrum im Raum Herford – Lemgo vorzudringen („Gniddaheide“).

Oberhalb des Markengrundes und am Südkamm östlich von Bielefeld-Lämershagen befindet sich eine wasserarme Burganlage aus dem Mittelalter, die auf eine zeitliche Vornutzung hin geprüft werden sollte. Rund 3 km östlich findet sich die auch in germanischer Zeit bedeutsame Höhenfestung des Tönsberges. In unmittelbarer Nähe des jüngst entdeckten Marschlagers sind zudem weitere Schanz- und Befestigungsstrukturen im Gelände erahnbar, die hier nicht weiter vertieft werden, um eine seriöse Befundaufnahme der Amtsarchäologie zu gewährleisten.

(7.5.2019)

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